Die Geschichte von Cooperlou und mir

Hallo ich heiße Sara Shake, bin siebzehn Jahre alt und bin Popstar. Ich habe ziemlich viele Fans und muss jeden Tag sehr viele Autogramme geben. Ich habe sogar eine eigene Band. Jetzt habe ich schon wieder ein Konzert.

Gerade als ich mittendrin im Lied war, hat plötzlich jemand gerufen: „Lucy, Lucy, wach auf!“ Ihr ahnt bestimmt schon, dass ich in Wirklichkeit gar kein Popstar bin. Stimmts? In Wirklichkeit bin ich Lucy. Lucy May und bin 10 Jahre alt. Und wenn ihr euch jetzt fragt, wer nach mir gerufen hat, kann ich euch diese Frage beantworten. Es war meine doofe Mathelehrerin Frau Anders. Ich muss euch nämlich etwas sagen. Ich finde Schule echt langweilig und deshalb schlafe ich im Unterricht manchmal ein. Jetzt starrten mich alle meine Klassenkameraden an. Oh man, wie ich es hasse im Mittelpunkt zu stehen.
„Miss May hat also mal lieber ihren Schönheitsschlaf zu erledigen als sich auf den Unterricht zu konzentrieren!“ hat sie mit ihrer fiesen wichtigtuerischen Stimme gesagt. „Na, das gibt eine Meldung beim Direktor!“ hat sie so hochnäsig gesagt. Aber da habe ich nur gelächelt, weil der Direktor mein Vater ist. Er heißt Andrew May.

In der kleinen Pause haben alle die Köpfe zusammengesteckt und in meine Richtung geguckt. Ich bin nämlich eine Außenseiterin, weil ich so schüchtern bin. Darum ist der Platz neben mir auch noch frei. Die restlichen Schulstunden waren dann auch ganz okay. Zum Glück bin ich in den restlichen Stunden nicht eingeschlafen.

Als ich am Nachmittag nach Hause gekommen bin, hat es nach Pfannkuchen gerochen. Das hat man durch das Küchenfenster gerochen. Als ich in die Küche gegangen bin, hat meine Mutter mir einen riesigen Pfannkuchen auf den Teller gelegt. Mein Vater musste noch arbeiten Ich habe einen Pfannkuchen mit ganz viel Apfelmus gegessen. Nach dem Essen habe ich Hausaufgaben gemacht. Danach habe ich mich in meine Bärenhöhle gesetzt und zu Gott gebetet: „Lieber Gott, bitte mach, dass ich bald eine beste Freundin bekomme.“ Übrigens: meine Bärenhöhle habe ich aus Umzugskartons, Decken, Tüchern und Kissen gebaut. Natürlich ist kein echter Bär darin, nur mein Teddy Rasmus.
Um sieben Uhr abends kam mein Vater nach Hause. „ Da hat sich die Frau Anders ganz schön aufgeplustert, als sie mir das von dir erzählt hat. Mach das bitte nie wieder!“ hat er mir gesagt. Ich habe „Ja!“ geantwortet, habe ihm gute Nacht gesagt und bin ins Bett gegangen. Nach mindestens 2 Sekunden war ich eingeschlafen und träumte vom Wochenende.

Am Samstag wachte ich von einem leichten Rütteln an meiner Schulter auf. „Lucy, Lucy, wach auf! Es ist schon 5 vor 12!“ hörte ich die zarte Stimme meiner Mutter. Da schlug ich die Augen auf und bemerkte erleichtert, dass ich in meinem Zimmer in meinem eigenen Bett lag. Schnell zog ich mir einen Rock, einen Pullover, eine Strumpfhose und meine schönsten Schuhe an. Dann band ich meine Haare zu einem Zopf zusammen und ging zum Mittagessen. Nach dem Essen ging ich zu meinem Opa in seine Tierhandlung. Mein Opa heißt Wallace und seine Tierhandlung „Magic“. Zu der Tierhandlung meines Opas muss ich euch etwas erklären. Also mein Opa verkauft in seiner Tierhandlung magische Tiere. Das heißt, wenn dort jemand ein magisches Tier kauft, kann nur er sein Tier verstehen und mit ihm sprechen und es wird sein Freund fürs Leben.

Als ich also in den Laden trat, begrüßte mich mein Opa mit einer herzlichen Umarmung. Dann sagte mein Opa: „Liebe Lucy, ich habe eine Überraschung für dich.“ „Was für eine?“ fragte ich. „Sieh selbst!“ antwortete mein Opa. Nach kurzer Zeit kam er mit einem kleinen Karton mit vielen Löchern zurück und stellte ihn vorsichtig auf den Ladentisch.

Vorsichtig öffnete Lucy den Karton, und als sie den Inhalt erblickte fingen ihre Augen an zu leuchten. In dem Karton lag eine kleine Ratte. „Hey Baby! Ich bin Cooperlou!“ sagte die Ratte cool. „Oh!Äh! Ich bin L..L..Lu..Lucy!“ stammelte Lucy überrascht. Ihr Opa klärte sie schließlich auf: „Nur du kannst Cooperlou verstehen und mit ihm reden.“

Nach dem Besuch bei ihrem Opa ging sie zusammen mit ihrem neuen Freund Cooperlou nach Hause. 3 Wochen vergingen und an keinem einzigen Tag fühlte Lucy sich einsam.
Aber eines Tages, als Lucy wieder von der Schule kam, war Cooperlou spurlos verschwunden. Als sie ihre Mutter fragte, erwiderte diese nur: „DieRatte? Die habe ich ins Tierheim gebracht.“ „In welches Tierheim?“ schrie Lucy entsetzt. Daraufhin antwortet meine Mutter: „Ins Tierheim Eulenspiegel.“

Der Rest des Tages verlief nicht sehr gut. Eine Woche lang sprach Lucy nicht mehr mit ihrer Mutter. Und als die Ferien kamen, wollte Lucy nichts mehr außer traurig aus dem Fenster zu starren.

Eines Tages kam ihre Mutter in ihr Zimmer, nahm sie in den Arm und sagte tröstend: „Es tut mir so leid Lucy-Schatz, aber vielleicht kann ich es wieder gut machen indem wir jetzt zu diesem Tierheim fahren und sagen, dass wir deine kleine Ratte zurückhaben wollen.“ Sie fuhren gemeinsam in das Tierheim und sagten der Frau an der Kasse: „ Wir hätten gerne die Ratte wieder, die hier vor ein paar Wochen abgegeben wurde.“ „Welche Ratte?“ fragte die Frau. „Die Ratte mit braun-weiß geflecktem Fell und einem sternförmigen Fleck ums Auge.“ beschrieb Lucys Mutter Cooperlou. Dann sagte die Frau: „Ach, diese Ratte, die halten wir im alten Ägypten gefangen!“ Die Frau lachte höhnisch. „Komm!“ flüstert Lucys Mutter Lucy ins Ohr.

Und dann rannten meine Mutter und ich los. Wir rannten bis nach Hause. Eine Stunde später tapste ich in die Küche und fragte meine Mutter: „Du, Mama, kann ich vielleicht die Ferien bei Opa verbringen?“ fragte ich. „Aber natürlich. Wir haben in den Ferien sowieso nicht viel vor.“ antwortete meine Mutter. Ich holte meinen Koffer vom Schrank und fing an zu packen: 2 T-Shirts, 5 Tops, 6 Shorts, 3 Kleider, 4 Röcke, 1 Paar Sandalen, 2 Paar Ballerinas, 1 Hut, 1 Handtuch, eine Zahnbürste, eine Tube Zahnpasta, 1 Bürste, 1 Zahnputzbecher, 7 Haargummis, 6 Haarspangen, ihr Lieblingskuscheltier und 3 Bücher. Als ich alles zusammen hatte, rief ich ein flüchtiges „Tschüss!“ in die Wohnung und rannte aus dem Haus und bis zur Tierhandlung meines Opas.

Dort schlüpfte ich durch die Hintertür und kurz darauf empfing mich mein Opa mit einem strahlenden Lächeln. „Hallo Opi!“ nuschelte ich betrübt. „Na, was ist denn los?“ fragte mein Opa liebevoll. Da erzählte ich ihm alles, angefangen bei meiner Glücklichkeit bis hin zu der merkwürdigen Andeutung, die die Verkäuferin gemacht hatte. Mein Opa hörte mir aufmerksam zu und dann sagte er: „Dann müssen wir halt ins alte Ägypten reisen!“ Er sagte das, als wäre es das normalste der Welt, in die Vergangenheit zu reisen. „Und wie soll das bitte schön gehen?“ fragte ich.

Mein Opa führte mich in den Hinterhof. „Hiermit wird es gehen.“ Sagte mein Opa lächelnd. Ich rief: „Das ist ja eine Zeitmaschine!“ „Ja, das ist sie.“ erklärte mein Opa. „Aber bevor wir ins alte Ägypten fliegen, müssen wir uns passend verkleiden, damit wir nicht so auffallen.“ sagte mein Opa. Mein Opa kramte in einer Truhe und kurze Zeit später hatte er ein Leinenkleid und einen Lendenschurz in der Hand. Er sagte zu mir: „Hier, zieh das an.“ und reichte mir das Leinenkleid. Er selber zog den Lendenschurz an. Dann krochen wir durch eine Luke in das Innere der Zeitmaschine. „Wow, es ist ja viel größer hier drinnen als von außen.“ staunte ich. Ein wenig später saß ich angeschnallt in einem roten Sitz und schaute meinem Opa dabei zu, wie er Knöpfe drückte, Hebel nach oben oder unten schob und etwas in einen Computer eingab. „Achtung, festhalten!“ schrie mein Opa. Ungefähr 1 Sekunde später ging ein Ruck durch die Maschine und sie raste mit Lichtgeschwindigkeit durch die Zeit. 10 Sekunden später war alles ruhig. Ich guckte aus dem Fenster und sah tief unter mir die Wüste. „Na, super, wir sind auf der Spitze einer Pyramide gelandet.“
Als ich mit meinem Opa aus der Zeitmaschine herauskroch, blieb ich am Ausgang so abrupt stehen, dass mein Opa gegen mich knallte und wir kopfüber in den Sand purzelten. Nachdem wir uns wenig später den Sand abgeklopft hatten und ich wieder gut gucken konnte, rief ich: „ Da vorn ist ein Dorf!“ „Gut beobachtet, Lucy!“ rief mein Opa. So gut wie es in den Unmengen an Sand ging, rannten wir bis zu dem Tor vor dem Dorf. Vor dem Tor standen zwei Wachen. Einer sagte:“2 Goldmünzen!“ Seufzend griff mein Opa in einen kleinen Beutel und holte 2 Goldmünzen heraus. Die Wachen traten zur Seite und wir gingen in das Dorf. Da fragte ich: „Und was machen wir jetzt?“ „Erstmal gucken wir uns das Dorf ein bisschen an.“ antwortete mein Opa. Wir gingen an Marktständen, Gasthäusern, Metzgereien, Schmieden, Bäckereien und Bauernhöfen vorbei. „Der dort drüben kann nicht von hier sein.“ flüsterte ich meinem Opa ins Ohr und deutete auf einen Mann, der einen feinen Anzug trug. Als der Mann uns entdeckte, kniff er die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, und schließlich fing er an zu rennen. Mein Opa und ich rannten hinterher. Es war eine wilde Verfolgungsjagd. Wir jagten den Mann durch Gassen, Wirtshäuser und quer durch das ganze Dorf. „Wie lange kann der eigentlich noch rennen?“ fragte mein Opa keuchend. Doch dann hatten wir den Mann in eine Sackgasse getrieben. Plötzlich hörte ich aus der Tasche des Mannes ein Stimmchen: “Lucy? Lucy? Lucy, wenn du das bist, befreie mich schnell!“ Da fing der Mann an, wild um sich zu schlagen und kurz darauf hatte er mich am Arm gepackt. „Hey, lassen sie mich los, sie mieser Kofferfurz!“ schrie ich dem Mann mitten ins Gesicht. „Hey, Baby, beiß ihm in die Hand!“ flüsterte Cooperlou mir zu. Also biss ich dem Mann in die Hand. Der jaulte auf und ließ mich los. Blitzschnell griff ich in seine Jackentasche und holte Cooperlou heraus. Dann rannten mein Opa und ich zurück zur Zeitmaschine. Mit einem Blick nach hinten, schrie ich meinem Opa zu: „Der Kerl kommt uns hinterher!“ „Hey Lucy, lauf schneller, der Kerl kommt immer näher!“ rief Cooperlou mit Blick aus meiner Kleidertasche. Ich kletterte so schnell ich konnte die Pyramide hinauf und kroch durch die Röhre in die Zeitmaschine. Dort wartete mein Opa schon auf mich und kurz nachdem ich angeschnallt war, raste die Maschine auch schon los. Während der 10 Sekunden hielt ich Cooperlou ganz doll fest. Als ich wenig später im Hof ausstieg, war es bereits dunkel. Auf zauberhafte Weise hatte ich auch wieder meine normalen Klamotten an. Da sagte Cooperlou: „Du willst doch bestimmt alles hören, was ich erlebt habe, oder?“ „Natürlich“ antwortete ich Aber ich glaube, nach diesem Abenteuer sind wir sehr müde, oder?“ fragte Cooperlou. „Das stimmt!“ antwortete ich und kurz darauf schliefen wir beide erleichtert auf der Matratze in der Tierhandlung ein.
Ich träumte diese Nacht, dass ich als Sarah Shake zusammen mit meinem besten Freund einen Auftritt hatte. Dies war der schönste Traum, den ich je gehabt hatte.

ENDE

Fortsetzung folgt…

Bente Jürgensen Klasse 4a